Informationen zu den Schnelltests

Informationen zu den Schnelltests

Auf den Seiten des Robert Koch Instituts befindet sich eine PDF-Datei mit dem Namen „Corona-Schnelltests-Ergebnisse“: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Infografik_Antigentest_PDF.pdf?__blob=publicationFile.

Darin zeigen die Autoren wie sich die Ergebnisse von Schnelltests bei unterschiedlichen Vergleichsstichproben verändern. Um die Unterschiede möglichst deutlich zu machen, nimmt die Studie in einem Fall eine sehr geringe Anzahl infizierter Personen unter den Getesteten an (5 von 10 000 oder 0,05%), im anderen Fall eine sehr hohe (1 000 von 10 000 oder 10%). Die errechneten Werte sind bei der ersten Gruppe folglich mit denen der Durchführung von Massentests ohne besondere Verdachtsmomente vergleichbar. Die zweite Gruppe steht für ein Szenario, bei dem ein bestimmter Personenkreis gezielt getestet wird, weil unter den Mitgliedern viele Infizierte vermutet werden. Der in der Untersuchung zugrunde gelegte Schnelltest besitzt eine Sensitivität von 80% und eine Spezifität von 98%. Die Sensitivität gibt an, mit welcher Sicherheit der Test eine infizierte Person als solche erkennt. Die Spezifität misst die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schnelltest eine gesunde Person auch als nicht-infiziert einstuft.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich stark verkürzt so zusammenfassen: In beiden Vergleichsstichproben filtert der Schnelltests mit großer Zuverlässigkeit infizierte Personen heraus (bei der zweiten Personengruppe mit geringfügig schlechteren Werten als bei der ersten). Bei den Massentests gibt es eine sehr große Zahl an „falsch positiven“ Tests. Bei einer solchen Testgruppe ist also damit zu rechnen, dass sehr viele Personen positiv getestet werden, obwohl sie das Virus nicht in sich tragen. Der Anteil der „falsch positiven“ Tests reduziert sich bei gezielt durchgeführten Testungen drastisch. Er beträgt hier nur etwa ein Fünftel des Wertes bei den Massentests.

Für den privaten Bereich bedeutet dies, sich gut zu überlegen, ob ein Schnelltest vor einem Verwandtenbesuch wirklich nötig ist, wenn keine Anzeichen einer Erkrankung vorliegen. Ein positiver Test zieht nämlich erhebliche Unannehmlichkeiten nach sich, obwohl ein anschließender PCR-Test die Person mit hoher Wahrscheinlichkeit als nicht-infiziert erkennen würde.

Testungen in Schulen sind mit ungezielten Massentests vergleichbar: Wer in die Schule kommt, darf dies ohnehin nur dann, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen. Unsere Tests finden asymptomatische Infizierte dann mit großer Sicherheit heraus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Präsenzbetrieb noch infizierte Personen in der Schule aufhalten ist folglich äußerst gering. Die am Progymnasium eingesetzten Speicheltests weisen sowohl hinsichtlich der Sensitivität als auch bezüglich der Spezifität bessere Werte auf. Gleichwohl ergibt sich bei einer vergleichbar geringen Infiziertenrate ein ähnliches Bild wie in der Studie des RKI. Von geschätzt einer Handvoll positiv Getesteter pro Woche sind mit ziemlicher Sicherheit alle keine Virusträger. Das ist einerseits beruhigend für alle, die bei den Tests einmal ein positives Ergebnis haben. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ärgerlich, weil sich die gesamte Familie der betroffenen Person bis zum negativen PCR-Test absondern muss, also deutliche Einschränkungen und einen großen Aufwand in Kauf nehmen muss.

Weitere Informationen zur Studie des RKI erhalten Sie unter

https://nachrichten.idw-online.de/2020/12/21/unstatistik-des-monats-die-richtige-einordnung-von-schnelltests/

Gez. Stephan Maulbetsch

 

Infoblatt: "Mein Test ist positiv, was muss ich jetzt tun?"

28.04.2021 | Maulbetsch

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